Aktuelle IHK-China-Analyse: Pekings Zukunftsstrategie trifft die heimische Wirtschaft

Die Volksrepublik China hat kürzlich den neuen Fünfjahresplan verabschiedet, der die wirtschaftliche Ausrichtung des Landes bis 2030 bestimmt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg beleuchtet, welche Auswirkungen diese Beschlüsse für die exportorientierte Wirtschaftsregion Schwarzwald‑Baar‑Heuberg mit vielen Unternehmen im Maschinenbau und in der Automobilbranche haben.

Chinas neuer Fünfjahresplan setzt verstärkt auf den Ausbau eigener Schlüsseltechnologien wie Halbleiter, künstliche Intelligenz, Robotik und neue Materialien. China will seine technologische Unabhängigkeit weiter ausbauen und die eigene Industrie gezielt stärken.

Nach Einschätzung der IHK Schwarzwald‑Baar‑Heuberg müssten sich viele regionale Firmen auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Die industrielle Stärke der Region lebe davon, dass ihre Produkte fester Bestandteil globaler Lieferketten sind. Die politischen Vorgaben aus Peking könnten nun dazu führen, dass internationale Hersteller ihre Einkaufs- und Produktionsstrukturen anpassen. China knüpfe den Marktzugang zunehmend an Forschung und Produktion im eigenen Land, was langfristig auch die Entscheidungen großer Automobilhersteller beeinflusse.

Für die Automobilzulieferer in der Region, die stark vom Geschäft großer, international tätiger Automobilhersteller abhängen, ergeben sich daraus spürbare Veränderungen. Peter Schaumann, der die Chinaaktivitäten des Automobilzulieferers Marquardt aus Rietheim-Weilheim über eine Dekade in Shanghai geprägt hat und Sprecher des IHK-Automotive-Netzwerks AuToS ist, erläutert die Situation so: „Auch wenn viele Zulieferer hier vor Ort nicht direkt nach China liefern, sind sie doch über die Wertschöpfungsketten betroffen. Das liegt vor allem an den großen Automobilherstellern, deren weltweites Geschäft in erheblichem Umfang vom chinesischen Markt abhängt. Wenn China seine lokale Produktion weiter ausbaut und den Marktzugang stärker an eine Präsenz im Land bindet, wirkt sich das langfristig auf die Einkaufs- und Produktionsstrategien der Hersteller aus. Diese Entwicklungen erreichen mit etwas Verzögerung auch die Betriebe in unserer Region.“ Mit der IHK hätten unsere Betriebe in der Region aber einen starken Partner an ihrer Seite, der diese in unterschiedlichen Formaten in dieser transformatorischen Phase begleitet, so Schaumann.

Wie sich exportorientierte Unternehmen und Zulieferer auf diese neuen Rahmenbedingungen einstellen können, steht am 30. April im Rahmen eines RoundTables bei der IHK in Kooperation mit dem China‑Netzwerk Baden-Württemberg im Mittelpunkt. China-Experte Bernhard Weber teilt die Einschätzung, dass der neue Fünfjahresplan auf Kontinuität und den Ausbau von Schlüsseltechnologien ausgelegt ist: „China strebt die technologische Unabhängigkeit vom Ausland an und sucht eine stärkere Rolle in internationalen Dialogen. Gleichzeitig soll die Privatwirtschaft wieder stärker unterstützt werden. Die exportorientierte Wirtschaft Baden-Württembergs muss ihre Strategien in Beschaffung, Lieferketten und Marktzugang deshalb aufmerksam überprüfen.“


IHK-Veranstaltung: Chinas neuer Fünfjahresplan und seine Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft

30. April 2026 | 10 bis 12 Uhr | kostenfrei

IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Albert-Schweitzer-Straße 7, 78052 Villingen-Schwenningen

Zur Anmeldung

Bernhard Weber, Beirat des China-Netzwerks Baden-Württemberg (CNBW, links), und AuToS-Sprecher Peter Schaumann nehmen zu Chinas neuem Fünfjahresplan Stellung. Bild: CNBW/Ansgar Eichler

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