China-Speed als Vorbild für deutsche Zulieferer?

Deutsche Automobilzulieferer müssen sich stärker anpassen und können dabei von chinesischen Unternehmen lernen. Das wurde bei einer Veranstaltung des von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg initiierten AuToS-Netzwerks in Kooperation mit dem China-Netzwerk Deutschland zum neuen Fünf-Jahres-Plan Chinas deutlich. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche strategischen Konsequenzen sich daraus für deutsche Unternehmen, insbesondere für die Automobilzulieferindustrie, ergeben.

Die Branche steht seit Jahren unter Druck und daran wird sich auf absehbare Zeit wenig ändern. Als stark exportorientierter Industriezweig ist sie besonders anfällig für ein volatiles internationales Umfeld. Zunehmende geopolitische Spannungen, ein unsicherer werdender Freihandel und hohe Produktionskosten in Deutschland prägen die Entwicklung. Nur einen Teil dieser Rahmenbedingungen können Unternehmen oder Politik beeinflussen. Für eine Branche, die sich Mitten in der Transformation befindet, wirken diese Faktoren zusätzlich destabilisierend.

Viele Unternehmen würden daher nach Stabilität streben. Doch nach Ansicht von Dr. Julia Haes vom China Institut der Deutschen Wirtschaft (CIDW) sei Unsicherheit die neue Realität und Anpassungsfähigkeit der entscheidende Erfolgsfaktor in Krisenzeiten. Der chinesische Fünf-Jahres-Plan setzt neue Rahmenbedingungen für Unternehmen mit China-Bezug. Elektromobilität gilt als ausgereift. Der Markt rechnet künftig mit einer Konsolidierung. Staatliche Subventionen werden zurückgefahren, der Fokus verschiebt sich hin zu einer marktwirtschaftlichen Reifung. Gleichzeitig stärkt China gezielt seine technologische und ressourcenbezogene Unabhängigkeit.

Für die Teilnehmenden der Veranstaltung wurde deutlich, dass sich deutsche Unternehmen stärker auf diese veränderten Bedingungen einstellen müssen. Chinesische Unternehmen treffen häufig schneller Entscheidungen, arbeiten mit weniger Informationen und passen ihre Strategien kontinuierlich an. Diese Form der Anpassungsfähigkeit wurde als wesentlicher Erfolgsfaktor hervorgehoben. Gerade vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheiten gewinnt diese Fähigkeit weiter an Bedeutung. Der Erfolg für die Automobilzulieferindustrie entscheidet sich zunehmend daran, wie gut es gelingt, flexibel zu reagieren und sich strategisch neu auszurichten.

Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg bietet im Rahmen seines AuToS-Projekts regelmäßig kostenfreie Strategieworkshops explizit für regionale Automobilzulieferer an.  In den halbtägigen Workshops können Zulieferer ihr Unternehmen vermessen und Zukunftsstrategien entwickelt. Die Teilnehmenden erhalten das notwendige Werkzeug, um ihre Geschäftsmodelle in Eigenregie zu analysieren, den ausgesetzten Transformationsdruck zu quantifizieren sowie potenzielle Geschäftsfelder und geeignete Strategieoptionen zu identifizieren. Weitere Informationen zu den Workshops und zur Anmeldung sind auf der AuToS-Website abrufbar.

Dr. Julia Haes vom China Institut der Deutschen Wirtschaft (CIDW) empfiehlt deutschen Zulieferern sich auf ihre Anpassungsfähigkeit zu fokussieren. Foto: Ansgar Eichler

Marketing & Event | Projekt AuToS SW-BW | Berufliche Bilungsstätte Tuttlingen (BBT)

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