Automobilwirtschaft der Region unter Druck – Experten betonen Bedeutung von Kooperationen

Die wirtschaftliche Lage der Automobilindustrie in der Region Schwarzwald‑Baar‑Heuberg bleibt angespannt. Das zeigt eine aktualisierte Sonderauswertung der Studie „Wirtschaftliche Bedeutung regionaler Automobilnetzwerke“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die Johannes Ewald beim Treffen des IHK‑Arbeitskreises Automotive präsentierte. Demnach verliert der klassische Antriebsstrang weiter an Gewicht, während neue Geschäftsfelder nur langsam entstehen. Besonders mittelständisch geprägte Regionen könnten den Wandel nach Einschätzung der Studie besser bewältigen, wenn sie stärker auf Kooperation und Technologietransfer setzen.

Diese Einschätzung fand im Verlauf der Sitzung mehrfach Bestätigung. Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Technologie zeigten – jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven –, dass Innovation heute selten isoliert entsteht. Ludger Wüller vom Kunststoff‑Institut Lüdenscheid und Dr. Lilli Frison von Hahn‑Schickard machten deutlich, wie breit das Spektrum an Themen reicht, bei denen Unternehmen von Verbundprojekten profitieren können: von Kreislaufansätzen und der Wiederverwendung von Komponenten über KI‑Anwendungen in der Produktion bis hin zu resilienten Elektronik‑ und Chipstrategien.

Die Beispiele der Referenten standen weniger für einzelne Technologien, sondern vielmehr für ein gemeinsames Muster: Viele Entwicklungen, die für die Branche künftig entscheidend sein dürften, lassen sich wirtschaftlich und organisatorisch nur im Zusammenspiel bewältigen. Das gilt auch für sicherheitsrelevante Themen, wie Dr. Thorsten Hehn von Hahn‑Schickard am Beispiel eines Forschungsprojekts zur Manipulationserkennung bei Elektronikchips verdeutlichte.

Eine zentrale Rolle nimmt dabei das AuToS‑Netzwerk der IHK Schwarzwald‑Baar‑Heuberg ein. Es hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Plattform entwickelt, die Unternehmen mit Forschungseinrichtungen zusammenbringt, Kooperationen unterstützt und den Zugang zu Förderprogrammen erleichtert. Damit bietet es gerade kleinen und mittleren Betrieben Strukturen, um sich in der technologischen Transformation aktiv einzubringen.

Dr. Lilli Frison von Hahn‑Schickard stellt Kooperationsprojekte vor Foto: Ansgar Eichler

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